Kriege und Konflikte weltweit
Aktuelle Porträts und Analysen aus friedenspädagogischer Sicht

Welche aktuellen Kriege und Konflikte gibt es? Weltweit gibt es aktuell eine Reihe von Kriegen und bewaffneten Konflikten, darunter Bürgerkriege, internationale Konflikte und nicht-staatliche bewaffnete Konflikte. Zu den größeren Konflikten gehören derzeit der Krieg in der Ukraine, der Krieg im Iran, der Krieg in Nahost (Israel/Gaza), der Krieg im Sudan sowie der Krieg in Myanmar.
Um Konflikte konstruktiv bearbeiten zu können, muss man sie verstehen. Diesem Gedanken folgend veröffentlicht die Servicestelle Friedensbildung BW Analysen aus friedenpädagogischer Sicht für zahlreiche Länder weltweit – u.a. Afghanistan, Syrien oder Ukraine.
Hinweis zur Weltkarte: Die Weltkarte zeigt eine Übersicht jener bewaffneten Konflikte und Kriege, für die wir Konfliktanalysen mit Friedensfokus anbieten. Die dunkelblau markierten Punkte sind die Länder, die auch in unserer Austellung "Peace Counts" betrachtet werden. Die hellblau markierten Punkte sind alle anderen Länder und Konflikte.
Aufbau der Konfliktanalysen
Aufbau der Konfliktanalysen
Auswahlkriterien der Länder und Konflikte
Bewaffnete Konflikte gibt es in allen Weltregionen. Manche Konflikte erregen mehr Aufmerksamkeit als andere, einige geraten sogar gänzlich in Vergessenheit. Auswahlkriterien für die hier zu findenden bewaffneten Konflikte sind u.a. hohe Aktualität und/oder andauernde globale Bedeutung, eine gute Quellenlage sowie eine ausgewogene Verteilung der Weltregionen.
Aufbau der friedenpädagogischen Konfliktanalysen
Die Analysen stellen die Konfliktparteien, Mittel des Konfliktaustrags ebenso wie bedeutende Ereignisse im Konfliktverlauf dar. Sie zeigen verschiedene in der Literatur bestehende Erklärungsansätze und bereits existierende wie auch in der Wissenschaft und Politik diskutierte Friedensstrategien auf. Zwei Modelle der Friedens- und Konfliktforschung bzw. der konstruktiven Konfliktbearbeitung verdeutlichen die Ursachen und Auswirkungen des bewaffneten Konfliktes.
Das Modell des Konfliktbaums stellt verschiedene Ursachen bzw. mögliche Erklärungen für den Konflikt grafisch dar (Wurzeln des Baums) und grenzt diese von zahlreichen Effekten und Auswirkungen des Konflikts (Äste und Blätter des Baums) ab, die sichtbares und unsichtbares Leid für die Menschen im Konflikt erzeugen.
Mit dem Modell der Konfliktzwiebel werden die Konfliktparteien einzeln betrachtet und ihre Positionen, Interessen und Bedürfnisse dargestellt. Positionen sind dabei das, was sie öffentlich äußern, was sie sagen, was sie schreiben. Interessen beziehen sich auf das, was sie erreichen bzw. haben wollen. Bedürfnisse beziehen sich darauf, was sie unbedingt brauchen, was hinter den Interessen steht, wie beispielsweise das Bedürfnis nach Nahrung, Wasser, Sicherheit, politischer Repräsentation oder Selbstbestimmung.
Positionen kann man hören und lesen, bspw. in Wahlprogrammen, bei Reden oder in Social Media Posts. Interessen liegen den Positionen zugrunde und dienen als Begründungen für das Handeln der Konfliktparteien. Bedürfnisse sind auf den ersten Blick unsichtbar. Das Modell der Konfliktzwiebel wurde von Fisher et al. (2000) für die Praxis der Dialogunterstützung entwickelt und soll idealerweise im Gespräch mit den Konfliktparteien für ihren speziellen Konflikt erarbeitet werden. Voraussetzung dafür ist eine vertrauensvolle Atmosphäre. Je eskalierter ein Konflikt, umso weniger sind die Parteien bereit, die eigenen Bedürfnisse offen zu äußern, noch die Bedürfnisse der anderen Seite zu erkennen.
! Dargestellte Positionen, Interessen und Bedürfnisse sind nie statisch, sondern verändern sich im Verlauf des Konfliktes.
! Da es im Rahmen der vorliegenden friedenspädagogischen Konfliktanalysen keine direkte Erarbeitung mit den Konfliktparteien gab, sind die hier beschriebenen Interessen und Bedürfnisse immer nur als Thesen oder Interpretationen auf Grundlage der Literatur zu betrachten.
Entstehungsprozess und Autor:innen
Entstehungsprozess und Autor:innen
Auf Grundlage eines Analyseschemas für friedenspädagogische Konfliktanalysen, entwickelt vom Team der Servicestelle Friedensbildung, haben Studierende der Friedens- und Konfliktforschung, der Politikwissenschaft und verschiedener Lehramtsstudiengänge der Universitäten Tübingen, Heidelberg und Freiburg im Mai und Juni 2022 zu den verschiedenen bewaffneten Konflikten recherchiert und Thesen zu Erklärungsansätzen aus der wissenschaftlichen Literatur herausgearbeitet. Mitarbeiter:innen der Berghof Foundation, die in unterschiedlichen Ländern in der Dialogunterstützung und der Friedensförderung arbeiten, haben ihre Länder- und Fachexpertise zu den Entwürfen eingebracht. Die Konfliktanalysen werden nach Bedarf und verfügbaren Kapazitäten aktualisiert.
Mitgewirkt haben das Team der Servicestelle Friedensbildung (Janna Articus, Louisa Beisel, Miriam Kaiser, Anne Kruck, Dorothea Steinebrunner, Julia Hagen, Eva Wolf) sowie mit besonderem Dank Studierende der Universitäten Freiburg, Heidelberg und Tübingen (Tom Becker, Louisa Beisel, Theresa Gödde, Victoria Kropp, Katja Lang, Sebastian Ulmer). Dank gilt auch den zahlreichen Expert:innen der Berghof Foundation, die ihr Feedback zu den Entwürfen eingebracht haben.
Warum friedenspädagogische Konfliktanalysen?
Warum friedenspädagogische Konfliktanalysen?
Mit der friedenspädagogischen Brille politische Nachrichten über bewaffnete Konflikte einordnen können und bestärkt werden, sich für Frieden auszusprechen und einzusetzen.
Der bewusst friedenspädagogische Blick auf die bewaffneten Konflikte beruht auf folgenden Überlegungen und Zielen:
- Konflikte und Konfliktgegenstände sind von den Mitteln des Konfliktaustrags zu unterscheiden. Konflikte selbst sind an sich nichts Schlechtes. Konflikte können eine Chance für Veränderung bieten, wenn sie konstruktiv bearbeitet werden. Demokratische Systeme beispielsweise bieten Möglichkeiten für friedlichen und geregelten Konfliktaustrag. Schlecht ist der gewaltsame Austrag von Konflikten, der zu großem Leid und zu Zerstörung führt.
Durch das Aufzeigen verschiedener Erklärungsansätze wird ein Perspektivwechsel möglich. Er regt dazu an, vereinfachte Erklärungen zu hinterfragen. Ein Konflikt lässt sich nie auf nur eine Ursache reduzieren. Welche Erklärung Menschen selbst besonders überzeugend finden, hängt auch von ihren eigenen Weltbildern und politischen Einstellungen ab. Die Erklärungsansätze stammen aus der Bürgerkriegsforschung und sind nur bedingt übertragbar auf zwischenstaatliche oder internationalisierte Konflikte. Doch da Macht, Ressourcen oder Identität auch in diesen Konflikten eine wichtige Rolle spielen, können sie einen Beitrag zum Verständnis leisten.
Der Konfliktbaum gibt einen Überblick über die Situation, illustriert Auswirkungen und Erklärungen des bewaffneten Konflikts und soll Diskussionen anregen über mögliche Ursache-und-Wirkungszusammenhänge.
Bei den Friedensansätzen wird ein breites Spektrum an militärischen und zivilen Strategien einbezogen. Viele existieren gleichzeitig und auf unterschiedlichen politischen Ebenen wie lokal, staatlich, regional oder international.
Die Unterscheidung zwischen bestehenden und diskutierten Friedensansätzen regt dazu an, noch nicht zum Einsatz gekommene Friedensstrategien zu diskutieren und neue anzudenken.
Die Konfliktzwiebel soll möglichst gleichberechtigt die Sichtweise verschiedener Konfliktparteien sichtbar machen und betonen, dass es kein einfaches Gut-Böse-Schema gibt. Jede Konfliktpartei glaubt von sich im Recht zu sein und gleichzeitig machen sich alle im Krieg schuldig. Es soll ein differenzierter Blick ermöglicht werden, indem unterschieden wird zwischen Positionen, Interessen und Bedürfnissen. Häufig zeigt sich, dass Konfliktparteien trotz unterschiedlicher Positionen ähnliche Bedürfnisse haben. Bedürfnisse selbst (nach bspw. Nahrung, Wasser oder Sicherheit) werden immer als legitim und nicht verhandelbar betrachtet. Interessen und daraus resultierende Positionen sind jedoch verhandelbar. Diese bilden oft den Anknüpfungspunkt für eine konstruktive Konfliktbearbeitung, bei der die Bedürfnisse aller Konfliktparteien geachtet werden.
Die friedenspädagogischen Analysen helfen, bewaffnete Konflikte besser zu verstehen, sie haben jedoch auch Grenzen. Sie sind Momentaufnahmen und können nicht alle Konfliktdynamiken abbilden. Sie reduzieren Komplexität. Fast immer ist eine Vielzahl an Parteien beteiligt, dennoch wurden hier aus Gründen der Verständlichkeit meist nur zwei sich gegenüberstehende Konfliktparteien dargestellt.
Sie sollen dazu anregen, sich selbst mit den bewaffneten Konflikten auseinanderzusetzen, ihre künftigen Entwicklungen in den politischen Nachrichten mitzuverfolgen, sich am politischen Gespräch darüber beteiligen und sich selbst für Frieden einzusetzen.
Über die Anregungen zur Arbeit mit den Konfliktanalysen
Über die Anregungen zur Arbeit mit den Konfliktanalysen
Eine Konfliktanalyse ist ein wichtiges Mittel, um bewaffnete Konflikte zu verstehen und Friedensstrategien zu entwickeln. Um vielfältige Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die Konfliktanalysen in der praktischen Bildungsarbeit, ob in der Schule oder auch außerschulisch, eingesetzt werden können, hat die Servicestelle Friedensbildung drei unterschiedliche Anregungen mit konkreten Aufgaben zum Einsatz der Konfliktanalysen entwickelt. Diese haben jeweils einen eigenen Schwerpunkt:
- Das Lesen einer bestehenden Konfliktanalyse und darauf aufbauend Ursachen und Wirkungen eines bewaffneten Konflikts mithilfe des sog. „Konfliktbaums“ aufzeigen
- Analyiseren von Positionen, Interessen und Bedürfnissen von Konfliktparteien mit gruppenorientierten Methoden und dabei die sog. „Konfliktzwiebel“ nutzen
- Erstellen einer eigenen Konfliktanalyse mit Friedensfokus für einen bewaffneten Konflikt
Arbeitsanregung Nr. 1: „Konfliktbaum“ zur Analyse nutzen - Ursache und Wirkung von Konflikten verstehen
Arbeitsanregung Nr. 1: „Konfliktbaum“ zur Analyse nutzen - Ursache und Wirkung von Konflikten verstehen
Schwierigkeitsstufe 1
Die vorliegenden Anregungen dienen dazu, eine bereits bestehende Konfliktanalyse mit Friedensfokus gründlich durchzuarbeiten und ein Werkzeug friedenspädagogischer Konfliktanalyse (den Konfliktbaum) kennenzulernen sowie anwenden zu können. Zudem regen sie dazu an, bestehende Friedensstrategien kritisch zu diskutieren sowie eigene Ideen zu entwickeln.
Hier geht es zum Download.
Arbeitsanregung Nr. 2: „Konfliktzwiebel“ zur Analyse nutzen – Positionen, Interessen und Bedürfnisse von Konfliktparteien verstehen
Arbeitsanregung Nr. 2: „Konfliktzwiebel“ zur Analyse nutzen – Positionen, Interessen und Bedürfnisse von Konfliktparteien verstehen
Schwierigkeitsstufe 2
Die vorliegenden Anregungen dienen dazu, in verschiedenen Gruppenarbeiten, die Werkzeuge friedenspädagogischer Konfliktanalyse kennenzulernen und anwenden zu können sowie bestehende Friedensstrategien kritisch zu diskutieren.
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Arbeitsanregung Nr. 3: Eine eigene Konfliktanalyse mit Friedensfokus erstellen
Arbeitsanregung Nr. 3: Eine eigene Konfliktanalyse mit Friedensfokus erstellen
Schwierigkeitsstufe 3
Die vorliegenden Anregungen dienen dazu, eine eigene Konfliktanalyse mit Friedensfokus zu erstellen. Dafür lernt man die Werkzeuge friedenspädagogischer Konfliktanalysen kennen und auf einen selbst gewählten bewaffneten Konflikt anzuwenden. Daran anknüpfend werden eigene Friedensstrategien entwickelt. Im Anschluss werden die Ergebnisse präsentiert und kritisch diskutiert.
Hier geht es zum Download.

Es ist schwer zu verstehen, warum es überall auf der Welt Konflikte und Kriege gibt. Warum kämpfen die Menschen gegeneinander? Wer kämpft gegen wen? Was kann man dagegen tun? Wie kann man Frieden schaffen? Hier sind einige Texte in Einfacher und Leichter Sprache. Zum Beispiel über den Krieg zwischen der Regierung in Israel und verschiedenen Gruppen aus Palästina oder den Krieg zwischen Russland und der Ukraine.
Konfliktanalyse Äthiopien

Bei diesem Konflikt handelt es sich um einen innerstaatlichen Konflikt zwischen der „Tigray People Liberation Front“ (TPLF) und den Truppen der Zentralregierung, unter Beteiligung der Truppen und Milizen Eritreas sowie weiteren Spezialkräften und Milizen aus den äthiopischen Regionen Amhara und Afar. Jüngst konnte ein Waffenstillstand vereinbart werden. Bleibt die Frage, ob er dieses Mal von Dauer sein wird.
Konfliktanalyse Afghanistan

Der Afghanistankonflikt (bezogen auf den Konflikt bis August 2021) ist ein internationalisierter, innerstaatlicher Konflikt. Dieser findet zwischen den islamistischen Taliban auf der einen Seite sowie der von einem Bündnis aus NATO-Ländern unterstützten afghanischen Regierung und der Befürworter der Republik auf der anderen Seite statt. Diese Regierung wurde jedoch 2021 von den Taliban gestürzt.
Konfliktanalyse Armenien - Aserbaidschan

In dem über 30-jährigen Konflikt um die Region Bergkarabach stehen sich die Konfliktparteien Armenien und Aserbaidschan gegenüber. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es von 1988 bis zum Waffenstillstandsabkommen 1994 wiederholt zu kriegerischen Auseinandersetzungen und schließlich zum Bergkarabach-Krieg 2020 mit über 7.000 Toten.
Konfliktanalyse Bosnien und Herzegowina

Im Bosnienkrieg (1992-1995) kämpfen auf der einen Seite bosnische Serb:innen, unterstützt von paramilitärischen Gruppen und weiten Teilen der Jugoslawischen Volksarmee (JVA). Die Gegenseite besteht zunächst sowohl aus muslimischen Bosniak:innen als auch bosnischen Kroat:innen und neu entstehenden paramilitärische Organisationen und Streitkräften. Von allen Kriegsparteien wurden gravierende Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen gegen die Zivilbevölkerung verübt.
Konfliktanalyse Burkina Faso

Burkina Faso steht seit 2015 im Fokus radikal-islamistischer Terrormilizen. Mehrere Gruppen wie der Ansarul Islam operieren v.a. in den Grenzgebieten zu Mali und Niger. Die burkinischen Streitkräfte kämpfen gegen den Vormarsch der Terrormilizen. Sie erhalten dabei u.a. internationale Unterstützung von Frankreich, aber auch von Streitkräften der G5-Sahel.
Konfliktanalyse Georgien

In Georgien kommt es seit Jahrzehnten zu Auseinandersetzungen um die Republiken Abchasien und Südossetien. Im Georgienkrieg (oder auch Kaukasuskrieg genannt) zwischen Georgien und Russland im Jahr 2008 eskalierten die Spannungen. Der „eingefrorene“ Konflikt schwelt bis heute.
Konfliktanalyse Iran

Der innerstaatliche Konflikt im Iran wird zwischen Vertreter:innen der Islamischen Republik unter dem Obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei („Rahbar“) mit Unterstützung von paramilitärischen Kräften wie den Revolutionsgarden und oppositionellen Gruppen und Protestierenden ausgetragen. Die seit Jahren immer wieder aufkommenden Protestwellen sind jüngst in Massenprotesten erneut aufgeflammt, bei denen Tausende Demonstranten getötet wurden.
Konfliktanalyse Israel - Palästina (Nahost)

Der Konflikt zwischen Israel und den palästinensischen Gruppen ist ein jahrzehntelang andauernder innerstaatlicher Konflikt, in den auch andere Staaten wie die Nachbarländer, die USA und Länder der EU involviert sind.
Konfliktanalyse Jemen

Im internationalisierten Bürgerkrieg in Jemen stehen sich die Regierung (seit dem Rücktritt von Präsident Hadi der Präsidialrat) und die Huthi-Bewegung gegenüber. International sind ferner die Anti-Huthi-Koalition (allen voran Saudi-Arabien, unterstützt durch die USA) in den Konflikt involviert sowie auf Seiten der Huthis der Iran. Nach Jahren des Bürgerkriegs konnte 2022 ein Abkommen über einen Waffenstillstand vereinbart werden, welches jedoch im Oktober des Jahres auslief.
Konfliktanalyse Kenia

Im Norden Kenias kommt es zwischen der Gemeinschaft der Borana und der Gemeinschaft der Gabbra seit Jahrzehnten immer wieder zu sporadischen konfliktiven Zusammenstößen und größeren gewaltsamen Auseinandersetzungen.
Konfliktanalyse Kolumbien

Gegenwärtig ist Kolumbien stark von verschiedenen Arten von Gewalt geprägt, die u.a. auf ein hohes Maß an Armut, Rassismus und sozialer Ausgrenzung zurückzuführen sind. Das 2016 geschlossene Friedensabkommen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (FARC) und der Regierung beendete zunächst den 52 Jahre währenden bewaffneten Konflikt. Seit 2021 nehmen die Übergriffe bewaffneter Gruppen in vielen entlegenen Gebieten Kolumbiens jedoch wieder zu.
Konfliktanalyse Kongo

In dem seit Jahrzehnten andauernden innerstaatlichen Konflikt kämpft die kongolesische Zentralregierung bzw. Armee gegen Rebell:innengruppen unterschiedlicher ethnischer Herkunft wie etwa die ruandische Hutu-Rebell:innen „Forces Démocratiques de Libération du Rwanda“ (FDLR) oder die „Mouvement du 23-Mars“ (M23). Ferner entwickelten sich 2022 die Spannungen mit dem Nachbarland Ruanda zu einem kongolesisch-ruandischen Konflikt.
Konfliktanalyse Mali

In diesem innerstaatlichen Konflikt stehen sich das malische Militär und insbesondere Gruppen der CMA („Coalition des mouvements de l’Azawad“), eine Allianz aus vorwiegend von Tuareg dominierten bewaffneten Rebellengruppen, gegenüber. Die malische Regierung erfährt zeitweise internationale Unterstützung durch französische Truppen und UN-Friedenstruppen, später durch die russische paramilitärische Wagner-Gruppe.
Konfliktanalyse Myanmar

Eine zentrale Konfliktlinie in Myanmar besteht zwischen der sich im Jahr 2021 an die Macht geputschten Militärregierung und demokratisch orientierten Gruppen. Zudem gibt es bewaffnete Konflikte und Spannungen zwischen Militär- und Regierungstruppen und ethnischen Minderheiten. Und auch innerhalb der Zivilgesellschaft kommt es immer wieder zu gewaltsamen Vorfällen zwischen der buddhistischen Mehrheitsbevölkerung und der muslimischen Minderheit.
Konfliktanalyse Nigeria

In Nigeria liegt ein innerstaatlicher Konflikt mit mehreren Konfliktherden vor, wobei sich besonders der islamisch geprägte, wirtschaftlich schlechter gestellte Norden und der überwiegend christlich geprägte, wirtschaftlich aufstrebende Süden des Landes gegenüberstehen. Im Norden entstanden durch Radikalisierung politisch-religiöser Gruppierungen zahlreiche kriminelle Banden wie etwa die Terrorgruppe „Boko Haram“. Im Süden des Landes bildeten sich ebenfalls diverse Bürgerwehren und Terrorgruppen.
Konfliktanalyse Nordirland

Der seit Jahrzehnten schwelende Nordirlandkonflikt ist ein innerstaatlicher Konflikt zwischen verschiedenen Gruppierungen, die sich weitestgehend in zwei Konfliktparteien unterteilen lassen. Auf der einen Seite die überwiegend katholischen Republikaner:innen bzw. Nationalist:innen, auf der anderen Seite die überwiegend protestantischen Unionist:innen bzw. Loyalist:innen und die mehrheitlich durch sie besetzte Regierung. Auch wenn der Einsatz von Gewalt weitestgehend eingedämmt werden konnte, bleibt die Sorge, dass die Konflikte im Zuge des Brexit sich wieder verschärfen könnten.
Konfliktanalyse Philippinen

Auf den Philippinen gibt es seit dem Ende der 1960er Jahre mehrere bewaffnete Konflikte zwischen separatistischen Gruppierungen und der philippinischen Armee. Einer davon betrifft vor allem den überwiegend muslimischen Teil der Insel Mindanao im Süden des mehrheitlich christlich geprägten Landes. Dort kämpfen verschiedene muslimische Gruppierungen für mehr Autonomie und Unabhängigkeit gegen die Regierungstruppen.
Konfliktanalyse Ruanda

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi handelt es sich hauptsächlich um einen innerstaatlicher Konflikt mit erheblichen Auswirkungen auf Nachbarstaaten. Der Konflikt führte in Ruanda zu einem jahrelangen Bürgerkrieg und zum Genozid an fast einer Million Menschen.
Konfliktanalyse Somalia

Bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der somalischen Regierung und der Regierung der selbst ernannten Republik Somaliland handelt es sich um einen Innerstaatlicher Konflikt im Nordwesten Somalias. Zudem stehen die Regionalregierungen Somalilands und der benachbarten autonomen Region Puntland in einem andauernden Konflikt um Gebiete in Sool und Sanaag (im Nordosten Somalias).
Konfliktanalyse Sudan

Die seit Jahren immer wiederkehrenden gewaltsamen Auseinandersetzungen gipfelten jüngst in einer neuen Eskalation, in der Gewalt offen und direkt in der Hauptstadt Khartum ausgetragen wird. In diesem innerstaatlichen Konflikt stehen sich zum einen die sudanesischen Streitkräften unter General Abdel Fattah al-Burhan, und zum anderen die paramilitärischen Kräfte unter General Mohamed Hamdan Daglo gegenüber.
Konfliktanalyse Sri Lanka

Von 1983-2009 lieferten sich Regierungstruppen und die radikale „Liberation Tigers of Tamil Eelam“ LTTE(eine paramilitärische Organisation) fast drei Jahrzehnte lang einen Bürgerkrieg. Auch Jahre nach Ende des Bürgerkriegs gibt es noch immer Spannungen zwischen der singhalesischen und tamilischen Bevölkerung. Die tamilische Minderheit fühlt sich von der Regierung überwacht und unterdrückt.
Konfliktanalyse Syrien

Der innerstaatliche bewaffnete Konflikt in Syrien zwischen der syrischen Regierung unter Präsident Baschar al-Assad und verschiedenen Oppositionsgruppen dauerte von 2011 bis 2024. Ende 2024 eroberte die bewaffnete Gruppe HTS weite Teile des Landes und stürzte die Regierung Assad.
Konfliktanalyse Ukraine

Seit 2014 kommt es zu wiederkehrenden gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen prorussischen Separatist:innen im Osten der Ukraine und ukrainischen Sicherheitskräften. Dieser seit Jahren sich zuspitzende innerstaatliche Konflikt sowie auch der sich manifestierende zwischenstaatliche Konflikt mit Russland findet aktuell seinen Höhepunkt im Krieg gegen die Ukraine.
Konfliktanalyse Venezuela

Der Konflikt in Venezuela ist ein innerstaatlicher Konflikt zwischen der Regierung unter Nicolas Maduro und dem einflussreichen, regierungstreuen Militär auf der einen Seite sowie der zersplitterten, politischen Opposition auf der anderen Seite. Da verschiedene Staaten auf das Konfliktgeschehen in Venezuela Einfluss nehmen und beide Parteien finanzielle wie militärische Unterstützung aus dem Ausland erhalten, ist der Konflikt in hohem Maße internationalisiert.
Kriege und Konflikte im östlichen Europa

Mit dem Zerfall Jugoslawiens und der Sowjetunion brachen im östlichen Europa zahlreiche Separationskonflikte aus. Sie führten dazu, dass mehrere Staaten aufhörten zu existieren. Zum Teil zerfielen sie friedlich, wie etwa die Tschechoslowakei, zum Teil, wie im Fall Jugoslawiens, infolge von Kriegen. Auf unserem Osteuropa-Portal stellen wir wichtige Konflikte und Kriege dieser Region dar.
